Feldthurns - Partizipation und TEK

Für die Gemeinde Feldthurns durften wir im Rahmen des GProRL sowohl den Partizipationsprozess als auch das Tourismusentwicklungskonzept (TEK) begleiten.

Beide Bausteine wurden methodisch aufeinander abgestimmt erarbeitet und bilden gemeinsam eine fundierte Grundlage für die zukünftige Entwicklung von Lebensraum, Landschaft und Tourismus.

Partizipation im Gemeindeentwicklungsprogramm – Feldthurns

Im Zentrum des Gemeindeentwicklungsprogramms von Feldthurns stand ein breit angelegter, mehrstufiger Partizipationsprozess, der strategische, emotionale und sachliche Perspektiven der Bevölkerung systematisch zusammengeführt hat. Ziel war es, die künftige Gemeindeentwicklung auf eine breit getragene und nachvollziehbare Entscheidungsbasis zu stellen.

Methodischer Ansatz

Der Partizipationsprozess folgte dem bewährten rcm‑Modell der drei Ebenen Kopf, Herz und Wurzeln und kombinierte:

  • Megatrend‑Workshops mit Gemeinderat und Stakeholdern
  • eine Emotionsbefragung zur Erfassung von Haltungen, Erwartungen und Spannungsfeldern
  • sowie eine umfassende Bürgerbefragung aller Einwohnerinnen und Einwohner ab 14 Jahren

Mit 812 ausgefüllten Fragebögen erzielte Feldthurns eine außergewöhnlich hohe Beteiligung, die eine differenzierte Auswertung nach Fraktionen, Altersgruppen und weiteren Merkmalen ermöglichte.

Zentrale Erkenntnisse

Die Ergebnisse zeigen ein starkes Gemeinschaftsgefühl, ein ausgeprägtes Vereinsleben und eine hohe Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Gemeinde. Besonders positiv bewertet wurden unter anderem:

  • Zusammenhalt und Gemeinschaft
  • Sport‑ und Freizeitangebote
  • Natur‑ und Landschaftsqualität
  • das Image der Gemeinde und die Arbeit der Verwaltung

Gleichzeitig wurden klare Handlungsfelder sichtbar, insbesondere in den Bereichen:

  • Verkehrssituation und Gefahrenstellen im Dorf
  • leistbarer Wohnraum
  • Mobilitätsanbindungen der Fraktionen

Emotionales Zukunftsbild und Bürgerkonsens

Die Emotionsbefragung zeichnete Feldthurns als Gemeinde mit starkem Pioniergeist, großer Verbundenheit und dem klaren Wunsch nach verantwortungsvollem Fortschritt. Aus der Zusammenführung aller Prozessschritte konnte ein Bürgerkonsens abgeleitet werden, der als tragfähige Grundlage für politische Entscheidungen und langfristige Entwicklungsstrategien dient.

DOWNLOAD des zusammenfassenden Dokuments zur Partizipation

Tourismusentwicklungskonzept (TEK) der Gemeinde Feldthurns

Parallel zum Gemeindeentwicklungsprogramm wurde für Feldthurns ein Tourismusentwicklungskonzept (TEK) erarbeitet. Dieses ist integraler Bestandteil des Entwicklungsprogramms für Raum und Landschaft und orientiert sich konsequent an den Vorgaben des Landestourismusentwicklungskonzepts Südtirol 2030+ (LTEK).

Klarer strategischer Rahmen

Die im LTEK 2030+ definierten strategischen Fokusfelder – darunter Tourismus und Landwirtschaft, Lebensraumgemeinschaft, Alpine Gesundheit, Alpine Landschaft, Bergmobilität und Ganzjahresdestination – gelten landesweit für alle Gemeinden.

Für Feldthurns lag der Schwerpunkt daher auf der gemeindespezifischen Ausgestaltung dieser Fokusfelder:

  • Welche Themen sind für Feldthurns besonders relevant?
  • Wo bestehen Potenziale, wo sensible Grenzen?
  • Welche Projekte sind raumverträglich, wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich akzeptiert?

Partizipation und Datenanalyse als Grundlage

Das TEK wurde in enger Verzahnung mit dem Partizipationsprozess erarbeitet. Zentrale methodische Bausteine waren:

  • die Bürgerbefragung als Grundlage für die Tourismus‑Sensitivitätsampel
  • eine eigene Befragung der touristischen Betriebe
  • Workshops mit touristischen Akteuren
  • sowie der laufende Austausch mit der Tourismusgenossenschaft und übergemeindlichen Steuerungsgruppen

Ergänzt wurde dieser Ansatz durch eine detaillierte Analyse touristischer Kennzahlen (Beherbergungsstruktur, Auslastung, Aufenthaltsdauer, Tourism Exposure), die stets im Verhältnis zur Größe und Struktur der Gemeinde interpretiert wurden.

Tourismus‑Sensitivität als Steuerungsinstrument

Die Tourismus‑Sensitivitätsampel zeigt für Feldthurns insgesamt ein sehr positives und differenziertes Stimmungsbild. Die Bevölkerung steht dem Tourismus überwiegend offen gegenüber und unterstützt mehrheitlich eine nachhaltige Weiterentwicklung. Gleichzeitig verdeutlicht die Ampel, dass Themen wie leistbares Wohnen und Verkehrsbelastung sensibel wahrgenommen werden, jedoch nicht ausschließlich touristisch bedingt sind. Diese Differenzierung liefert eine wichtige Grundlage für sachliche Diskussionen und realistische Entwicklungsentscheidungen.

Von Leitplanken zu konkreten Handlungsspielräumen

Das Tourismusentwicklungskonzept bietet der Gemeinde Feldthurns:

eine fachlich fundierte Entscheidungsgrundlage,

klare Leitplanken für eine raum‑ und gesellschaftsverträgliche Entwicklung,

sowie konkrete thematische Schwerpunkte und Projekte innerhalb der landesweit vorgegebenen Fokusfelder.

Damit wird sichergestellt, dass Tourismus in Feldthurns integriert, abgestimmt und langfristig tragfähig weiterentwickelt wird. Im Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung und den strategischen Zielen des Landes.