In der Gemeinde Schluderns wurde im Rahmen des Gemeindeentwicklungsprogramms ein breit angelegter Partizipationsprozess durchgeführt, der Bevölkerung, Politik und Stakeholder intensiv eingebunden und zentrale Entwicklungsfragen sichtbar gemacht hat.
Partizipation in der Gemeinde Schluderns
Für die Gemeinde Schluderns haben wir die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Ausarbeitung des Gemeindeentwicklungsprogrammes umgesetzt. Ziel des mehrstufigen Prozesses war es, bestehende Stärken sichtbar zu machen, Herausforderungen klar zu benennen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die zukünftige räumliche und gesellschaftliche Entwicklung der Gemeinde zu schaffen.
Den Auftakt bildeten zwei Megatrendworkshops mit Mitgliedern des Gemeinderates sowie ausgewählten Stakeholdern. Dabei wurden die globalen Megatrends auf ihre konkrete Bedeutung für Schluderns heruntergebrochen. Als besonders relevant erwiesen sich unter anderem die Themen Urbanisierung, Gesundheit und Mobilität. Diese wurden anschließend in einer SWOT‑Analyse vertieft, um Chancen, Risiken sowie strukturelle Stärken und Schwächen der Gemeinde systematisch zu analysieren.
Ergänzend dazu wurde eine Emotionsbefragung durchgeführt, an der sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Vereinen und weiteren Schlüsselbereichen beteiligten. Anhand von Emotionspaaren wie Hoffnung / Angst, Stolz / Scham oder Freude / Leid wurde ein emotionales Zukunftsbild der Gemeinde gezeichnet. Dabei zeigte sich ein ausgeprägter Pioniergeist, getragen von funktionierenden Infrastrukturen, einem lebendigen Vereinswesen und einem hohen Maß an ehrenamtlichem Engagement. Gleichzeitig wurden aber auch zentrale Spannungsfelder deutlich. Etwa zwischen guter Erreichbarkeit und Verkehrsbelastung, hochwertigem Wohnumfeld und leistbarem Wohnen, sowie zwischen reichen kulturellen Angeboten und einer Belebung des Dorfkerns im Alltag.
Auf Basis dieser qualitativen Vorarbeiten und im engen Austausch mit den Technikern wurde ein Fragebogen für eine Bürgerbefragung ausgearbeitet. Diese richtete sich an alle Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren und wurde sowohl in Papierform als auch online angeboten. Insgesamt beteiligten sich 498 Personen, was einer Rücklaufquote von 31 % entspricht. Der überwiegende Teil der Antworten wurde in Papierform abgegeben, ein knappes Drittel online.
Die Auswertung der Bürgerbefragung ging bewusst über reine Mittelwerte hinaus. Neben der Bewertung auf einer Skala von 5 bis 10 wurde analysiert, wie viele Höchst‑ und Tiefstbewertungen vergeben wurden, wo Unsicherheiten oder Polarisierungen bestehen, und wie sich die Ergebnisse nach Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße, Bildung und Tätigkeitssektor unterscheiden. Gerade in Schluderns lieferten diese Differenzierungen wichtige Hinweise. So zur Wahrnehmung von Verkehrssicherheit, Wohnraumentwicklung, medizinischer Versorgung sowie zur künftigen Bevölkerungsentwicklung.
Die Ergebnisse des gesamten Partizipationsprozesses wurden in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung sowie in weiteren Formaten der Öffentlichkeit vorgestellt. Sämtliche Detailauswertungen, Zwischenergebnisse und Arbeitsdokumente wurden der Gemeindeverwaltung und den beteiligten Technikern vollständig zur Verfügung gestellt und bilden eine belastbare Grundlage für die weiteren Schritte im Gemeindeentwicklungsprogramm.
Zusätzlich wurde ein zusammenfassendes Ergebnisdokument erstellt, das hier heruntergeladen werden kann: DOWNLOAD