Tourismusentwicklungskonzept Klausen

Die Stadtgemeinde Klausen hat für den Bereich Tourismus ein eigenständiges Tourismusentwicklungskonzept (TEK) als Fachplanung erarbeitet.

Das TEK ist Teil des Gemeindeentwicklungsprogramms Raum und Landschaft und orientiert sich inhaltlich am Landestourismusentwicklungskonzept Südtirol 2030+ (LTEK 2030+). Ziel des TEK ist es, die touristische Entwicklung der Gemeinde strategisch zu steuern und qualitätsvoll weiterzuentwickeln – im Einklang mit den Anforderungen des Lebensraums, der lokalen Wirtschaft, der Bevölkerung sowie der natürlichen und kulturellen Ressourcen.

Ausgangslage und Einordnung

Klausen weist eine lange touristische Tradition auf und ist im landesweiten Vergleich als touristisch entwickelte Gemeinde eingestuft. Gleichzeitig zeigen die Analysen der letzten Jahre eine differenzierte Entwicklung: Während die Anzahl und Kapazität der gewerblichen Betriebe tendenziell rückläufig ist, haben die nicht‑gewerblichen Beherbergungsformen deutlich zugenommen. Dadurch verändert sich die Struktur des touristischen Angebots und damit auch die Anforderungen an Infrastruktur, Mobilität und Ortsentwicklung.

Die touristische Intensität liegt im Vergleich zu anderen Südtiroler Gemeinden weiterhin auf einem moderaten Niveau, was Klausen einen gewissen strategischen Handlungsspielraum eröffnet. Gleichzeitig gilt es, sensibel mit Themen wie leistbarem Wohnen, Verkehr und Aufenthaltsqualität umzugehen.

Zielsetzung des Tourismusentwicklungskonzepts

Das Tourismusentwicklungskonzept verfolgt keinen quantitativen Wachstumspfad, sondern setzt klar auf Qualität, Profilierung und Nachhaltigkeit. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Tourismus einen positiven Beitrag zur Stadt‑ und Lebensraumentwicklung leisten kann, ohne neue Belastungen zu erzeugen.

Zentrale Ziele sind:

  • Sicherung und qualitative Weiterentwicklung der bestehenden Betriebe
  • Stärkung der touristischen Wertschöpfung im Ort
  • Verknüpfung von Tourismus, Kultur, Landwirtschaft und Handel
  • Sicherstellung der Raum‑ und Umweltverträglichkeit
  • Orientierung an langfristigen gesellschaftlichen und touristischen Trends

Strategische Leitlinien gemäß LTEK 2030+

Aufbauend auf den Vorgaben des LTEK 2030+ wurden für Klausen folgende strategische Fokusfelder konkretisiert:

Tourismus und Landwirtschaft

Die enge Verbindung zwischen landwirtschaftlicher Produktion, regionaler Kulinarik und touristischem Angebot wird als zentraler Qualitätsfaktor gesehen. Regionale Produkte, kurze Wertschöpfungsketten und bestehende Initiativen wie der Bauernmarkt leisten einen wichtigen Beitrag zur Authentizität der Destination.

Lebensraumgemeinschaft

Tourismus wird als Mitgestalter des Lebensraums verstanden. Ein gutes Miteinander von Einheimischen und Gästen, lebendige Stadt‑ und Dorfkerne, funktionierende Nahversorgung sowie attraktive Arbeitsplätze stehen im Mittelpunkt.

Alpine Gesundheit

Gesundheit, Erholung und Achtsamkeit gewinnen im Gästemarkt zunehmend an Bedeutung. Die Kombination aus Naturraum, Wandermöglichkeiten, Kulinarik und Ruhe bildet dafür eine solide Grundlage.

Alpine Landschaft

Der sensible Umgang mit Landschaft, Natur und Kulturlandschaft ist ein zentrales Leitmotiv. Die Pflege von Wanderwegen, die Aufwertung von Naherholungsräumen und eine zurückhaltende räumliche Entwicklung sind dabei wesentliche Bausteine.

Bergmobilität

Nachhaltige Mobilitätslösungen spielen eine Schlüsselrolle für die Lebensqualität im Ort und die touristische Akzeptanz. Öffentlicher Verkehr, Rad‑ und Fußwege sowie die Weiterentwicklung von Mobilitätsknotenpunkten (z. B. Bahnhof Klausen) sind zentrale Themen.

Ganzjahresdestination

Die gezielte Stärkung der Neben‑ und Zwischensaisonen soll die Wertschöpfung über das Jahr verteilen, Ganzjahresarbeitsplätze sichern und den Druck auf einzelne Spitzenzeiten reduzieren.

Raumverträglichkeit und Steuerung

Ein wesentliches Element des TEK ist die klare Steuerung der touristischen Entwicklung. Mit der Festlegung von Gästebetten‑Obergrenzen und der Definition von Kriterien für die Zuweisung neuer Betten wurden auf Gemeindeebene verbindliche Rahmenbedingungen geschaffen.

Neue touristische Vorhaben sollen:

  • primär in bestehenden Betrieben realisiert werden,
  • maßvoll dimensioniert sein,
  • die bestehende Struktur der familiengeführten Betriebe stärken,
  • und mit Mobilität, Infrastruktur und Landschaftsverträglichkeit abgestimmt werden.

Die mögliche Ausweisung zusätzlicher Tourismuszonen wird ausdrücklich an qualitative, nachhaltige Konzepte geknüpft.

Vision für den Tourismus in Klausen

Klausen positioniert sich als inspirierendes Künstlerstädtchen mit einer starken Verbindung von Geschichte, Kultur und Natur. Die malerische Altstadt, das Kloster Säben, vielfältige Wander‑ und Genussangebote sowie ein lebendiges kulturelles Leben bilden das Herzstück des touristischen Profils. Der Tourismus soll dazu beitragen, die Stadt zu beleben, Handel und Gastronomie zu stärken und die Identität Klausens weiterzuentwickeln ohne den Charakter des Ortes zu verlieren.