Südtirol Puls Künstliche Intelligenz

Repräsentative Bevölkerungsbefragung mittels Südtirol Panel zum Thema Künstliche Intelligenz im Rahmen unserer monatlichen Südtirol Puls Befragung.

Mit der aktuellen Ausgabe von Südtirol Puls widmet sich rcm solutions einem Thema, das Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft gleichermaßen beschäftigt: Künstliche Intelligenz (KI). Die Ergebnisse zeigen, dass die Südtiroler Bevölkerung die Potenziale der Technologie erkennt und bereits aktiv nutzt, den Ergebnissen von KI jedoch noch mit einer gewissen Vorsicht begegnet.

An der vollständig standardisierten Online-Befragung nahmen 1.196 Personen aus ganz Südtirol teil. Die Ergebnisse wurden repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Muttersprache und Bezirksgemeinschaft gewichtet.

Einordnung der Ergebnisse: Chancen werden positiver bewertet als Vertrauen

Wie bei allen Südtirol-Puls-Befragungen orientiert sich die Bewertung am italienischen Schulnotensystem: 5 = ungenügend 6 = genügend 7 = befriedigend 8 = gut 9 = sehr gut 10 = ausgezeichnet

Die Ergebnisse zeigen ein interessantes Bild: Während die Chancen von KI mit 8,2 Punkten bereits im Bereich „gut“ bewertet werden, liegen Informationsstand (7,6), Nutzung (7,4) und insbesondere das Vertrauen in KI-Ergebnisse (7,1) nur im Bereich „befriedigend“.

Die Bevölkerung fühlt sich informiert

Auf die Frage, wie gut man sich über Künstliche Intelligenz informiert fühlt, vergeben die Befragten durchschnittlich 7,6 Punkte. Bemerkenswert ist, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen vergleichsweise gering ausfallen. Das Thema KI scheint inzwischen in der Breite der Gesellschaft angekommen zu sein und wird nicht mehr ausschließlich als Spezialthema für Technikexpertinnen und Technikexperten wahrgenommen.

KI wird bereits aktiv genutzt

Die eigene Nutzung von KI-Anwendungen erreicht einen Durchschnittswert von 7,4 Punkten. Gleichzeitig zeigen sich hier die deutlichsten Unterschiede innerhalb der Bevölkerung: Jüngere Menschen, Selbstständige und Personen mit höherem Bildungsabschluss nutzen KI-Anwendungen merklich häufiger als ältere Menschen oder Nicht-Erwerbstätige. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den unter 35‑Jährigen (7,9 Punkte) und den über 65‑Jährigen (6,8 Punkte).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass weniger die grundsätzliche Akzeptanz, sondern vielmehr die praktische Nutzung den Unterschied macht.

Große Chancen für Südtirols Wirtschaft und Verwaltung

Am positivsten wird die Frage nach den Chancen bewertet, die KI für Wirtschaft und öffentliche Verwaltung in Südtirol bietet. Mit 8,2 Punkten erreicht dieser Bereich als einziger einen klar positiven Wert im Sinne der verwendeten Bewertungsskala. Viele Menschen verbinden mit KI offenbar die Erwartung, Prozesse effizienter zu gestalten, Dienstleistungen zu verbessern und neue Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zu schaffen. Auffällig ist dabei, dass die Einschätzungen über Altersgruppen, Geschlechter und Sprachgruppen hinweg sehr ähnlich ausfallen.

Vertrauen bleibt die größte Hürde

Deutlich zurückhaltender fällt die Bewertung beim Vertrauen in KI-generierte Ergebnisse und Informationen aus. Mit 7,1 Punkten liegt dieser Wert klar unter der Bewertung der Chancen. Besonders interessant ist die Differenz zwischen den beiden Bereichen: Während die Chancen mit 8,2 bewertet werden, erreicht das Vertrauen lediglich 7,1 Punkte. Die Bevölkerung erkennt also das Potenzial der Technologie, hinterfragt die Ergebnisse jedoch weiterhin kritisch. Diese Haltung deutet weniger auf Ablehnung als vielmehr auf einen bewussten und reflektierten Umgang mit KI hin.

Klare Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen

Wie bei allen Südtirol-Puls-Ausgaben wurden die Ergebnisse detailliert nach verschiedenen Merkmalen ausgewertet. Analysiert wurden unter anderem Unterschiede nach:

  • Bezirksgemeinschaften
  • Stadt und Land
  • Altersgruppen
  • Muttersprache
  • Geschlecht
  • Berufsstatus
  • Bildungsgrad
  • Haushaltsform

Die Detailauswertungen zeigen, dass insbesondere Alter, Bildungsgrad und berufliche Situation einen starken Einfluss auf die tatsächliche Nutzung von KI haben. Dagegen unterscheiden sich die Einschätzungen zu Chancen und Vertrauen zwischen den Bevölkerungsgruppen deutlich weniger.

Fazit

Die aktuelle Ausgabe von Südtirol Puls zeigt ein klares Bild: Südtirol traut der Künstlichen Intelligenz viel zu, ihren Ergebnissen aber noch nicht uneingeschränkt. Die Bevölkerung sieht großes Potenzial für Wirtschaft und öffentliche Verwaltung und fühlt sich grundsätzlich gut informiert. Gleichzeitig wird deutlich, dass zwischen Nutzung, Chancenwahrnehmung und Vertrauen noch Unterschiede bestehen. Die eigentlichen Herausforderungen liegen weniger in der Akzeptanz der Technologie als vielmehr im Aufbau von Vertrauen und in der stärkeren Einbindung jener Bevölkerungsgruppen, die KI bisher deutlich seltener nutzen.

Der vollständige Bericht mit allen Grafiken sowie den detaillierten Auswertungen nach Bevölkerungsgruppen steht als Download zur Verfügung.