Südtirol Puls: Mütter, Familien und Betreuung

Repräsentative Bevölkerungsbefragung mittels Südtirol Panel zum Thema Mütter, Familien und Betreuung im Rahmen unserer monatlichen Südtirol Puls Befragung.

Mit der zweiten Ausgabe von Südtirol Puls rückt rcm solutions ein zentrales gesellschaftliches Thema in den Fokus: die Situation von Müttern, Familien und Betreuungsangeboten in Südtirol.

Die Blitz-Befragung wurde Ende April und Anfang Mai 2026 durchgeführt und liefert ein aktuelles, differenziertes Stimmungsbild aus der Bevölkerung. An der vollständig standardisierten Online-Erhebung nahmen 1.399 Personen aus ganz Südtirol teil. Die Ergebnisse wurden repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Muttersprache und Bezirksgemeinschaft gewichtet.

Einordnung der Ergebnisse: funktionierend, aber nicht positiv

Wie bei Südtirol Puls üblich, basiert die Bewertung auf dem italienischen Schulnotensystem (5 = ungenügend, 6 = genügend, 7 = befriedigend, 8 = gut, 9 = sehr gut, 10 = ausgezeichnet).

Die zentralen Ergebnisse bewegen sich überwiegend im Bereich zwischen 6,6 und 7,4 und sind damit als befriedigend, aber klar nicht positiv zu interpretieren. Die Rahmenbedingungen für Familien werden zwar als stabil und grundsätzlich funktionsfähig wahrgenommen, lösen jedoch keine echte Zufriedenheit aus.

Wertschätzung, Betreuung und Vereinbarkeit

Die Wertschätzung von Müttern in Südtirol erreicht einen Mittelwert von 7,3. Auch die Zufriedenheit mit den Betreuungsmöglichkeiten für Kinder liegt mit 7,4 im befriedigenden Bereich. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird mit 7,1 sogar noch etwas kritischer eingeschätzt.

Allen drei Themen ist gemeinsam, dass sie deutlich unter der Schwelle von 8,0 bleiben. Das ist der Wert, ab dem Ergebnisse als klar positiv gelesen werden können. Das deutet weniger auf offene Ablehnung als vielmehr auf Zurückhaltung und eine latente Unsicherheit hin.

Deutlich kritisch: Familienpolitik der Zukunft

Besonders kritisch fällt die Bewertung der familienpolitischen Maßnahmen mit Blick auf die Zukunft aus. Mit einem Mittelwert von 6,6 erreicht dieser Bereich den niedrigsten Wert der Befragung. Auffällig ist zudem der hohe Anteil von 19 %, die die schlechteste Bewertung (5) vergeben. Hier zeigt sich ein spürbares Misstrauen, ob die bestehenden politischen Instrumente den zukünftigen Anforderungen von Familien gerecht werden.

Klare Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen

Wie bei allen Südtirol‑Puls-Befragungen wurden die Ergebnisse detailliert nach verschiedenen Merkmalen ausgewertet. Analysiert wurden unter anderem Unterschiede nach:

  • Bezirksgemeinschaften
  • Stadt und Land
  • Altersgruppen
  • Muttersprache
  • Geschlecht
  • Berufsstatus
  • Bildungsgrad
  • Haushaltsform

Diese Detailauswertungen zeigen klar erkennbare Unterschiede. Besonders Frauen, Personen unter 35 Jahren, Haushalte mit Kindern sowie deutschsprachige Südtirolerinnen und Südtiroler bewerten alle Themenbereiche durchgehend kritischer als der Durchschnitt.

Fazit

Die zweite Ausgabe von Südtirol Puls zeichnet kein Bild akuter Krise, wohl aber eines schleichenden Spannungsfeldes. Familien und Mütter erleben stabile Strukturen, aber keine echte Entlastungsperspektive. Während Betreuung und Vereinbarkeit als grundsätzlich funktionierend gelten, wächst insbesondere beim Blick in die Zukunft die Sorge, dass politische Maßnahmen nicht ausreichen.

Der vollständige Bericht mit allen Grafiken sowie den detaillierten Auswertungen nach Bevölkerungsgruppen steht als Download zur Verfügung.